
Aus dem Tagebuch eines jungen Hundes
Sonntag
07:30 Uhr Aufgestanden und Streckerchen gemacht, in den Garten gegangen. Bäumchen beschnuppert – roch fein – Bein gehoben.
08:00 Uhr Futternapf umgestoßen, alles pitsch-patsch, Haue gekriegt.
08:45 Uhr In Küche gewesen, rumgeschnuppert, rausgeflogen, Küche ist „Pfui“.
09:00 Uhr In Herrchens Arbeitszimmer gewesen, kleinen Teppich Fransen angeknabbert, rausgeflogen. Haue gekriegt, Arbeitszimmer ist auch „Pfui“.
09:30 Uhr In Diele kleine Pfütze gemacht, mit Nase eingetunkt worden, weil Pfütze in Diele machen „Pfui“, mich sehr geschämt.
09:45 Uhr Frauchen einen Handschuh genommen, damit gespielt, Frauchen wusste nicht, wo er war, ich auch nicht.
10:15 Uhr Zeitung von Couchtisch gezogen, feine Spieljagd mitgemacht bis ganz kleine Schnitzel, ist „Pfui“, Haue gekriegt.
10:45 Uhr Viel langweilig, nachgedacht, was tun, auf Couch gehopst und auf weiches Kissen gekuschelt, runtergeschmissen, rausgeflogen.
11:00 Uhr Stück altes Brot gekriegt, wollte aber lieber Leberwurst, Brot wurde wieder weggenommen, ich leise geknurrt, Haue gekriegt.
11:20 Uhr Wieder in Küche gewesen, da zu fein roch, sehr schöne Scheibe Fleisch genommen, wieder Haue gekriegt, Fleisch nehmen ist „Pfui“.
11:30 Uhr In Garten gegangen, fein gespielt, Mistkäfer verfolgt, Spinnen gefressen – schmecken nicht besonders – tiefes Loch gebuddelt, Hühnchen gejagt, alles sehr interessant, aber „Pfui“.
12:30 Uhr Allein auf Straße gerannt, fein mit Rossäpfeln gespielt, dann gefressen – muss sagen, aparter Geschmack – aber leider auch „Pfui“.
13:00 Uhr Hurra – zum Fressi gerufen worden – Hammelbacke mit Reis – großartig geschmeckt – Frauchen zum Dank Hände geleckt, Lecken ist „Pfui“.
13:30 Uhr Hausruhe von ganzer Familie, ich in Körbchen nachgedacht, festgestellt, alles „Pfui“ – wozu kleiner Hund auf der Welt ?!
Margret Hauff
♥♥♥♥♥